Lesetipp: Moselwunder von Hannah Corvey

Beim Baggern auf dem Grundstück eines Bekannten entdeckt Georg Reifegerste menschliche Knochen. Seine Neugier ist sofort geweckt, und gemeinsam mit seiner Schwiegertochter Olga versucht er auf eigene Faust, mehr herauszufinden. Weitere Knochen finden die beiden nicht, stattdessen aber eine alte, silberne Halskette. Kurz darauf kommt Reifegerstes Putzhilfe Jessica in seinem Haus ums Leben. Schnell wird klar, dass ihr Sturz aus dem Fenster kein tragischer Unfall war. Und die Halskette ist auch verschwunden.

Zwischen Aufwind und Abgrund

Der Titel des Krimis verweist auf ein besonderes Phänomen des Moseltals: Als „Moselwunder“ bezeichnen Gleitschirmflieger eine besondere Thermik kurz vor Sonnenuntergang. Die von der Sonne aufgeheizten Schieferhänge erzeugen dabei Aufwinde, die Flüge über das Moseltal tragen. Dieses Motiv ist eng mit Hauptkommissar Max Engel verbunden, der leidenschaftlich gern Gleitschirm fliegt und deutlich lieber seiner Passion nachgehen würde, als die Sommermonate mit seiner anstrengenden Kollegin Renate Hase und einem langwierigen Mordfall zu verbringen.

Ungewöhnliches Gespann

Zwar stammt Engel selbst von der Mosel, doch Georg Reifegerste ist für ihn ein wichtiger Helfer. Er kennt einige der in den Fall verwickelten Personen persönlich und unterstützt den jungen Hauptkommissar nur zu gern. Und Reifegerstes Tochter Julie ist für Engel ein weiterer guter Grund, möglichst oft den Kontakt zu ihm zu suchen. Als ungewöhnliches Gespann tauchen sie tief in lange zurückliegenden Geheimnisse ein, die eng mit den aktuellen Vorkommnissen verwoben sind.

Gelungenes Lokalkolorit

Der Kriminalroman Moselwunder von Hannah Corvey spielt an zentralen Orten der Mittelmosel, darunter Traben-Trarbach, Kröv und Trier. Die Autorin, selbst an der Mosel aufgewachsen, greift dabei auf eine genaue Kenntnis der Region und ihrer Menschen zurück.

Hannah Corvey: Moselwunder. Emons Verlag, Köln 2019. 272 Seiten. ISBN 978-3-7408-0536-4. 11,90 Euro. 

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